Landwirtschaftskammerwahl am 24. Jänner 2027

Unsere Landwirtschaft lebt von den Menschen, die täglich auf den Höfen arbeiten. Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern OÖ treten bei der Landwirtschaftskammerwahl 2027 für eine Landwirtschaft ein, die Arbeit wertschätzt, soziale Sicherheit stärkt und Konsument Klarheit über die Herkunft ihrer Lebensmittel gibt.

Ein Bauernhof besteht aus mehr als Grund, Gebäuden und Maschinen. Hinter jedem Betrieb stehen Menschen, die früh aufstehen, Verantwortung übernehmen und tagtäglich dafür sorgen, dass hochwertige Lebensmittel produziert und unsere Kulturlandschaft gepflegt wird.

Gerade kleinere und arbeitsintensive Familienbetriebe stehen dabei zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, Bürokratie und unsichere Einkommen machen die Arbeit am Hof schwieriger. Gleichzeitig berücksichtigt unser Fördersystem vielfach noch immer stärker die bewirtschaftete Fläche als die tatsächlich geleistete Arbeit.

Wir wollen das ändern.

1. Keine Mehrfachbelastung für Nebenerwerbslandwirt:innen

Viele Bäuerinnen und Bauern arbeiten zusätzlich unselbstständig, um ihren Betrieb wirtschaftlich abzusichern. Dadurch können sie gleichzeitig über die ÖGK und die SVS pflichtversichert sein.

Wer über eine außerlandwirtschaftliche Beschäftigung bereits krankenversichert ist, soll selbst entscheiden können, ob er oder sie zusätzlich auch in der SVS krankenversichert sein möchte. Wir fordern eine echte Wahlfreiheit statt verpflichtender Mehrfachversicherung. Dabei geht es vor allem um die Krankenversicherung.
Niemand soll auf eine soziale Absicherung verzichten müssen. Aber ebenso wenig soll jemand zu einer zweiten
Versicherung gezwungen werden, obwohl bereits ein voller Versicherungsschutz besteht.

Die Wahlfreiheit entlastet vor allem kleinere und mittlere Nebenerwerbsbetriebe. Sie stärkt jene Familien, die
mit zusätzlicher Arbeit das Weiterbestehen ihres Hofes sichern. Denn der Nebenerwerb ist für viele bäuerliche
Familien die wirtschaftliche Grundlage dafür, ihren Betrieb überhaupt erhalten zu können. Unser Grundsatz ist einfach: Man kann nur einmal krank sein – deshalb soll man auch nur einmal verpflichtend krankenversichert sein müssen.

2. Arbeitskraftbezogene Direktzahlungen

Die landwirtschaftlichen Direktzahlungen orientieren sich heute vor allem an der bewirtschafteten Fläche. Für
die ersten 40 Hektar gibt es zwar eine zusätzliche Umverteilungszahlung, doch auch dabei zählt letztlich die Zahl der Hektar – und kaum, wie viele Menschen auf einem Hof arbeiten oder wie arbeitsintensiv ein Betrieb ist.
Dabei sagt die Fläche allein wenig über die tatsächliche Leistung aus. Tierhaltung, Obst- und Gemüsebau, Direktvermarktung oder die Bewirtschaftung schwieriger Lagen verursachen oft besonders viel Arbeit. Gerade
kleinere Familienbetriebe sichern damit die regionale Versorgung und pflegen unsere Kulturlandschaft, erhalten dafür aber vergleichsweise wenig Unterstützung.

Ein wesentlicher Teil der Direktzahlungen soll sich künftig am tatsächlichen Arbeitsbedarf eines Betriebs orientieren. Entscheidend sollen nachvollziehbare Kriterien wie Betriebsform, Tierhaltung und die am Hof geleistete Arbeit sein – und nicht bloß die Fläche. Das muss einfach und ohne neue Zettelwirtschaft funktionieren. Niemand soll täglich Arbeitsstunden dokumentieren müssen. Der Arbeitsbedarf kann mit transparenten und einheitlichen Richtwerten für unterschiedliche Betriebsformen festgestellt werden.

Arbeitskraftbezogene Direktzahlungen stärken jene Höfe, auf denen besonders viel gearbeitet wird. Davon profitieren kleinere und mittlere Familienbetriebe ebenso wie arbeitsintensive Produktionsformen. Gleichzeitig wird öffentliches Geld gerechter eingesetzt: Es unterstütztstärker jene Menschen, die unsere Landwirtschaft Tag
für Tag am Laufen halten.

Denn für uns ist klar: Die Arbeit auf einem Hof muss mehr zählen als die Zahl seiner Hektar.

3. Klare Herkunftskennzeichnung auch in der Gastronomie

Wer im Supermarkt frisches Fleisch oder Eier kauft, erfährt deren Herkunft. Auch in Großküchen und Kantinen muss seit 2023 ausgewiesen werden, woher Fleisch, Milch und Eier stammen. Doch in der Gastronomie bleibt diese Information nach wie vor freiwillig. Das ist schwer zu verstehen. Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren nach hohen Standards. Damit sich diese Qualität auch wirtschaftlich auszahlt, müssen die Gäste in der Gastronomie erfahren, ob auf ihrem Teller österreichische Lebensmittel liegen. Dafür braucht es verbindliche Regeln. Viele Gastwirtinnen und -wirte kaufen bewusst regional ein und zeigen schon heute, woher ihre Zutaten kommen. Das verdient Anerkennung. Doch viel zu oft bleiben die Gäste im Unklaren. Darum ist
es höchste Zeit für die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie.

HERKUNFT MUSS ENDLICH PFLICHT WERDEN
Diese Kennzeichnungspflicht wird seit Jahren gefordert.
Der öffentliche Rückhalt dafür ist groß: In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFDD
aus dem Juni 2026 sprachen sich 79 Prozent der Befragten für einen verpflichtenden Herkunftsnachweis aus. Doch die Umsetzung lässt weiterhin auf sich warten, weil die ÖVP – zuletzt im Juni 2026 im Landwirtschaftsausschuss – auf eine freiwillige Kennzeichnung beharrt. Wenn Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer nun „freiwillige Modelle“ und „digitale Lösungen“ entwickeln wollen, ist daher Skepsis
angebracht, denn: Ohne Verpflichtung und verbindlichen Zeitplan wird die Herkunftskennzeichnung damit bloß
weiter hinausgeschoben.

BÄUERLICHE ARBEIT SICHTBAR MACHEN
Wir SPÖ Bäuerinnen und Bauern fordern eine verpflichtende und praxistaugliche Regelung. Auch der Bauernbund tut das, was wir begrüßen – doch diese Forderung ist nur dann etwas wert, wenn sie auch gegenüber dem Wirtschaftsbund und in der eigenen Partei vertreten wird. Hier ist ein beherzteres Vorgehen gefragt, denn unsere bäuerlichen Familien leben nicht von Ankündigungen – ihre Arbeit verdient es, endlich auf allen Speisekarten sichtbar zu werden

Landwirtschaftspolitik muss die Menschen in den Mittelpunkt stellen

Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern OÖ stehen für eine Landwirtschaftspolitik, bei der nicht nur Fläche und Besitz, sondern vor allem die Menschen und ihre Arbeit zählen.

Wir wollen bessere soziale Absicherung für Bäuerinnen und Bauern, faire Rahmenbedingungen für Nebenerwerbslandwirt:innen, eine gerechtere Verteilung der Agrarförderungen und mehr Transparenz für Konsument:innen.

Für eine Landwirtschaft, die den Menschen Sicherheit gibt. Für starke Familienbetriebe. Für faire Bedingungen.

Bei der Landwirtschaftskammerwahl 2027: SPÖ-Bauern Oberösterreich wählen.

Foto: MecGreenie

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